Was für Menschen gut ist….kann für unsere Vierbeiner sehr giftig sein.
Avocado
Einige Avocadosorten enthalten sowohl im Fruchtfleisch als auch im Kern den für viele Tiere (z.B. Hund, Katze, Kaninchen, Vögel) toxischen Inhaltsstoff Persin. Persin bewirkt eine schwere Herzmuskelschädigung, die irreversibel ist. Nach dem Genuss von Persin – bei Vögeln kann das Wetzen des Schnabels an einem Avocadokern ausreichen – kommt es zu Atemnot und Husten, Puls- und Herzfrequenz gehen in die Höhe. Im weiteren Verlauf bilden sich Ödeme in der Unterhaut, besonders an Hals und Unterbauch, bis es schließlich auch zur Bauchwassersucht (Aszites) kommt. Röntgenologisch wird eine Herzvergrößerung sichtbar. Eine Vergiftung mit Persin endet meist tödlich, da es keine spezifische Behandlung gibt
Schokolade und alle kakaohaltigen Nahrungsmittel
Der in Schokolade enthaltene Inhaltsstoff Theobromin ist für unsere Hunde toxisch, da sie nicht in der Lage sind ihn abzubauen. So sammelt sich das Theobromin im Körper an und führt zur Vergiftung. Symptome sind starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, stark erhöhte Herzfrequenz, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinstörungen bis hin zum Tod.Theobromin ist für Hunde ab etwa 100mg pro Kilogramm Körpergewicht tödlich. Je nach Kakaogehalt reicht somit für einen Pekinesen eine Tafel Vollmilchschokolade zum Vergiften aus. Bei einem mittelgroßen Hund (10-15 kg) können eine Tafel Zartbitterschokolade bzw. drei Tafeln Vollmilchschokolade tragisch enden. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht.
Süßstoff Xylit
In vielen menschlichen Lebensmitteln findet sich der Zuckeraustauschstoff Xylit. Die ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals) warnt davor, Lebensmittel, die Xylit enthalten, an Hunde zu verfüttern, da Xylit bei ihnen die körpereigene Insulinproduktion derart steigern kann, daß es zu einem lebensgefährlichen Abfall des Blutzuckerspiegels kommen kann. Betroffene Hunde reagierten ca. 30 Minuten nach dem Verzehr größerer Mengen Xylit-haltiger Süßwaren mit dem Verlust der Koordination, Schwächeanfällen und Krämpfen. Ferner steht Xylit im Verdacht, Leberschäden zu verursachen.
Weintrauben bzw. Rosinen
Die ASPCA und das britische Institut für Veterinärtoxikologie warnen unabhängig voneinander vor dem Verzehr von Weintrauben bzw. Rosinen durch Hunde. Auffällig oft haben Hunde nach dem Verzehr von Weintrauben schwere Symptome von Vergiftung gezeigt: Magenkrämpfe, Erbrechen und Durchfall. In einigen Fällen trat sogar Nierenversagen auf. Bei der Analyse dieser Daten stießen die Forscher auf merkwürdige Vergiftungen bei 19 Hunden (zehn in den USA und neun in Großbritannien). Alle Hunde hatten unterschiedlich große Mengen an Weintrauben oder Rosinen gefressen – Leckereien, die man eigentlich als harmlos einstufen würde.
Die Trauben gehörten unterschiedlichen Sorten an und waren weder mit Spritzmitteln noch anderen chemischen Mitteln oder Schwermetallen übermäßig belastet. Die Symptome der Hunde glichen sich: Einige Stunden nach dem Verzehr der Früchte erbrachen sich die Tiere und wurden appetitlos. Durchfall und Bauchschmerzen stellten sich bei einigen Hunden ein. Nach 24 Stunden zeigten die am schwersten betroffenen Hunde die Symptome eines Nierenversagens. Sie wurden sehr ruhig bis lethargisch und konnten kein oder nur noch wenig Wasser lassen. Bei Blutuntersuchungen stellten die behandelnden Tierärzte neben dramatisch erhöhten Nierenwerten auch eine Hyperkalzämie (zu viel Kalzium im Blut) fest. Von den zehn amerikanischen Hunden überlebten nur fünf Tiere. Derzeit ist nicht bekannt, welcher Inhaltsstoff der Weintraube die Vergiftung auslöst. Auch die Dosis, die den Weintraubengenuss zum Gift für den Hund macht, ist noch nicht bekannt. Die amerikanischen Forscher schätzen, dass umgerechnet
11,6 Gramm (g) Trauben pro Kilogramm (kg) Körpergewicht des Hundes zu Vergiftungserscheinungen führen können (also bei einem 20 kg schweren Hund rund 232 g Trauben). In Großbritannien ermittelten die Wissenschaftler, dass etwa 14 g Rosinen/kg Hund zu einem Todesfall bei einem Labrador Retriever geführt haben.
Bei Verdacht auf eine Weintraubenvergiftung sollten Sie mit Ihrem Hund schnellstmöglichst zu einem Tierarzt gehen, um dem Nierenversagen vorzubeugen. Eventuell kann das Gift im Darm mit Aktivkohle gebunden werden. Bei schweren Vergiftungen sollte der Hund vom Tierarzt stationär aufgenommen und mindestens 48 Stunden lang unter Kontrolle der Blutwerte mit Infusionen versorgt werden.
Zwiebeln und Knoblauch (roh, gekocht und getrocknet)
Zwiebeln, Knoblauch und andere Gewächse der Pflanzengattung Allium enthalten das für Hunde giftige N-Propyldisulfid und Allylpropylsufid. Es handelt sich dabei um Schwefelverbindungen, die die lebensnotwendigen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zerstören (= Hämolyse). Symptome für diese Hämolyse sind blasse Schleimhäute, Anämie (Blutarmut), forcierte Atmung und Atemnot, Zittern und flacher Puls. Erbrechen und Durchfall können auftreten. Der Urin verfärbt sich rotbraun. Schon eine mittelgroße Zwiebel kann einen kleinen Hund ernsthaft schädigen. Eine Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen.
Allgemein gilt:
Bei Vergiftungsverdacht sofort zum Tierarzt. Anfangs kann man oft durch gezieltes Erbrechen das Schlimmste verhindern, im weiteren Verlauf können je nach Gift Toxinbinder im Darm wirksam werden. Auf jeden Fall muß eine symptomatische Behandlung erfolgen.
Quelle: Canosan